Der Saarloos Wolfhund – selbstbewusst mit starkem Willen

Rassesteckbrief

 

Eingruppierung: Große Hunderassen
Ursprungsland: Niederlande
Größe: Rüde: 65 bis75, Hündin: 60 bis70 Zentimeter
Gewicht: Rüde 40 bis 45 Kilogramm, Hündin: 30 bis 35 Kilogramm
Alter: 10 bis 12 Jahre
Fell: wildfarben, grau, hell- bis dunkelbraun schattiert, weiß; Sommer - stockhaariges Deckhaar; Winter- dichte Unterwolle und zusätzliches Stockhaar
Charakter: Treu, aufgeschlossen, anhänglich, stolz, unabhängig, mitunter dickköpfig, manchmal reserviert oder schreckhaft, intelligent, aufgeweckt
Verwendung: Gesellschaftshund, Haushund, Familien- und Begleithund
FCI-Standard: 311
FCI-Gruppe 1: Hüte- und Treibhunde (ausgenommen Schweizer Sennenhunde)
FCI-Sektion 1: Schäferhunde. Ohne Arbeitsprüfung.

 

Herkunft und Rassegeschichte

 

Meist gibt der Name die Herkunft preis. Auf den Saarloos Wolfhund oder Saarlooswolfhond trifft diese Aussage voll und ganz zu. Es ist ein Rassehund aus den Niederlanden, dessen Ähnlichkeit mit einem wölfischen Raubtier unverkennbar ist. Auch dieser Vierbeiner stammt - wie übrigens alle Hunde - von mittlerweile ausgestorbenen Altsteinzeit-Wölfen ab.

 

Die weitere Bezeichnung "Saarloos" bezieht sich auf seinen Züchter. Leendert Saarloos (1884-1969) galt als absoluter Natur- und Hundeliebhaber, der selbst ein passionierter Schäferhund-Züchter war. Er vertrat die Meinung, die Schäferhunde seien zu sehr auf den Menschen fixiert und besitzen kaum noch ihre natürlichen Eigenschaften. Leendert Saarloos wollte Vierbeiner mit einer hohen Resistenz gegenüber verschiedenen Krankheiten schaffen, die gleichzeitig noch die scharfen Sinne eines wölfischen Raubtieres besitzen.

 

Mit diesem Ziel kreuzte er in den 30er Jahren den Deutschen Schäferhund Gerard van der Fransenum mit der Wölfin Fleuri, die er dem Rotterdamer Zoo "Diergaarde Blijdorp" abkaufte. Fleuri entstammte zudem aus dem sibirischen Zweig des Europäischen Wolfhundes. Die ersten Kreuzungen verliefen weniger zufriedenstellend. Es fehlte die Wildheit eines echten Raubtieres. Für die Haltung als Gebrauchs- und Begleithund waren die Tiere ebenfalls noch zu scheu und zurückhaltend. Dennoch gab der niederländische Züchter die Hoffnung nicht auf und kreierte mit der Zeit den "Europäischen Wolfshund".

 

Erst im Jahre 1975, sechs Jahre nach dem Tod von Saarloos, wurden die Hunde vom niederländischen Kennel Club als eigenständige Rasse anerkannt. Von der Fédération Cynologique Internationale (FCI) wird der Hund seit 1981 unter dem Namen "Saarloos Wolfhond" geführt.

 

Ursprünglich wurden die Tiere als "Europäischer Wolfhund" bezeichnet. Erst einige Zeit später erhielten die Vierbeiner zu Ehren seines Züchters den Namen "Saarloos Wolfshund".

 

Erscheinungsbild und Aussehen

 

Der vierbeinige Saarloos ist von großer und kräftiger Statur mit einem muskulösen Körperbau. Sein gesamtes Erscheinungsbild ähnelt in erster Linie dem eines Wolfsgesellen. Im Vergleich zum Deutschen Schäferhund besitzt der Vierbeiner deutlich längere Gliedmaßen. Die Widerristhöhe variiert bei Hündinnen von 60 bis 70 Zentimeter und beim Rüden von 65 bis 75 Zentimeter.Während Rüden ein stattliches Gewicht von 45 Kilogramm erreichen können, pendeln sich die weiblichen Vertreter dieser Rasse ungefähr bei 35 Kilogramm ein.

 

Der Hundekörper wirkt deutlich länger als dessen Höhe, wobei die Brustlinie maximal bis zu den Ellenbogen reicht. Die Pfoten nehmen eine leichte, nach außen gedrehte Stellung ein. Der Rücken ist gerade mit normal gewölbten Rippen. Seine breite, lange Rute trägt der Vierbeiner meist säbelförmig. Am keilförmigen Kopf befinden sich aufgestellte Ohren, die denen eines Schäferhundes ähneln. Ein markantes Merkmal sind besonders die mandelförmigen und leicht schräg gestellten gelben Augen, welche das typische Wolfsbild prägen.

 

Bedingt durch die Einkreuzung von Meister Isegrim gibt es enorme Unterschiede zwischen Sommerfell und Winterfell. Sarloos Hunde besitzen generell ein kurzes dichtes Fell, das im Winter eine dicke Unterwolle zum Schutz gegen die Kälte bietet. Während der Sommermonate zeigt sich das Tier hauptsächlich mit einem stockhaarigen Deckhaar. Die Fellfarben variieren dabei von hellem Crèmeweiß bis Weiß über hell bis dunkel schattierte Braun- und Graufarben.

 

Saarloos Wolfhund – Wesen, Besonderheiten und Charakter

 

Die Saarloos Fellnase steckt voller Energie mit einem sowohl stolzen und unabhängigen als auch sensiblen Charakter. Eigenschaften von Wolf und Hund zeigen sich oftmals in unterschiedlichen Situationen. Die Anhänglichkeit und Treue stammen aus dem Erbgut des Hundes; schnelles Reaktionsvermögen, Fluchtverhalten oder Schreckhaftigkeit verdankt der Vierbeiner dem Wolfsanteil in ihm. Diese Tatsachen offenbaren auch den Grund, weshalb er dem Anspruch als "besserer Deutscher Schäferhund" nicht gerecht werden konnte. Der vierbeinige Saarloos benötigt nach Möglichkeit schon im Welpenalter eine gute Sozialisierung sowohl auf Artgenossen als auch auf den Menschen. Der fachkundige Hundehalter sollte deshalb im Umgang mit dem Racker viel Geduld und Liebe aufbringen. Als Anfängerhund ist er jedoch ungeeignet. Viele Vertreter dieser Rasse besitzen außerdem einen gesteigerten Jagdinstinkt, der nur schwer beherrschbar ist.

 

Obwohl diese Rasse keine perfekten Gebrauchshunde darstellen, wie ursprünglich gewünscht, erweisen sie sich doch als gute Begleit-, Haus- und Gesellschaftshunde. Seiner Bezugsperson gegenüber verhält er sich stets treu und anhänglich. Bei Fremden wirkt er sehr zurückhaltend und beobachtet diese eher aus sicherer Entfernung.

 

Haltungsempfehlungen

 

Frei wie ein Wolf - das betrifft auch diese Rasse. Die Vierbeiner fordern viel Bewegungsfreiheit. Gegen ihren eigenen Willen eingesperrt, "entpuppen" sie sich als Meister im Ausbrechen. Besonders Hündinnen neigen bevorzugt zu diesen Aktionen. Sie besitzen noch "ausgefeiltere" Grab- und Kletterkünste als ihre männlichen Artgenossen.

 

Das ideale Heim sollte daher über ein großes, gut eingezäuntes Anwesen oder Grundstück verfügen. Befinden sich Wald und Feld gleich in der näheren Umgebung, kann das Wolfsblut sein Naturell artgerecht ausleben. Der ausgeprägte Jagdinstinkt lässt sich nämlich kaum verbal kontrollieren. Vielmehr müssen geeignete Beschäftigungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Das reicht von Fährtenlegen über Versteckspiele bis hin zum Parcours im Wald. Sie mögen ausgedehnte Wanderungen, laufen neben dem Fahrrad oder begleiten Frauchen und Herrchen beim Joggen. Fehlt den Tieren eine optimale Auslastung, kreieren sie sich oftmals eigene, nicht unbedingt sinnvolle Beschäftigungen.

 

Kinder spielen beim Saarlooswolfhund eine besondere Rolle. Das Leben mit ihnen ist für den großen Gauner wie ein tägliches Abenteuer und vor allem – nie langweilig! Trotzdem sollten sich kleinere Kinder niemals unbeaufsichtigt neben dem Vierbeiner aufhalten. Durch sein aufbrausendes Temperament könnte er sie womöglich unbeabsichtigt umrennen. Erst ab ungefähr zwölf Jahren besitzen Kinder ein ausreichendes Gespür im Umgang mit dem Hund und können dessen Bewegungsdrang standhalten.

 

Ernährung

 

Nicht nur der Mensch, sondern auch der vierbeinige Geselle mag Abwechslung auf dem Speiseplan. Eine ausgewogene Ernährung und die Wahl des Hundefutters bestimmen nicht nur seine Gesundheit, sondern sind auch ausschlaggebend für die Lebenserwartung des Tieres. Gleichzeitig spielt die Futtermenge eine Rolle. Um unnötiges Übergewicht zu vermeiden, sollten die Rationen sowohl dem Gewicht des Hundes als auch dessen Bewegungsaktivitäten angepasst sein.

 

Bestenfalls besteht das Hundefutter aus tierischen Eiweißen, Gemüse, Vitaminen sowie Kräutern. Auch Fleisch und Innereien füllen den Napf. Obst und Gemüse in herkömmlicher Art sind für den Hund nur schwer verdaulich. Deshalb ist es notwendig, diese möglichst püriert oder als kleine Stückchen zu verabreichen. Auf keinen Fall sollte der Rassehund jedoch Essensreste von Herrchens oder Frauchens Teller zu sich nehmen! Diese enthalten oftmals Zusatzstoffe, die für Tiere absolut schädlich sind.

 

Zur Nahrung zählt auch Flüssigkeit. Bitte stellen Sie den Trinknapf mit frischem Wasser nicht nur zu den Mahlzeiten, sondern auch rund um die Uhr bereit!

 

Selbstverständlich darf auch das Naschen nicht fehlen! Kleine Leckerlis wie Kauknochen, ungewürztes rohes Fleisch, Pansen oder spezielle Hundesnacks lassen die kleinen Hundeaugen erst recht strahlen! Solange die außergewöhnlichen Leckerbissen nicht als Hauptnahrungsmittel dienen, kann der kleine Liebling bedenkenlos weiterschleckern.

 

Rassebedingte Krankheiten

 

Im Gegensatz zu anderen Spezies gilt der Saarlooshund als äußerst robust. Bedingt durch seine Größe können neben Gelenkserkrankungen jedoch noch weitere Krankheiten auftreten:

 

  • Degenerative Myelopathie: Diese Neurodegenerative Erkrankung beginnt im hohen Alter und kann zu Störungen und Lähmungen des Bewegungsapparates führen.
  • Gelenkerkrankungen: Hierzu zählen vermehrt Ellbogendysplasie (ED), Hüftgelenksdysplasie (HD und Spondylose.
  • Hypophysärer Zwergenwuchs (HZ): Die Ursache bei dieser Erkrankung liegt in einer Störung der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse). Diese produziert zu wenige Wachstumshormone, die die Größe beeinflussen, sodass der Hund nur die Körpergröße eines Welpen erreicht. Die Hypophyse produziert noch weitere Hormone, die den Stoffwechsel beeinflussen. Werden die hormonellen Störungen nicht rechtzeitig behandelt, können Probleme mit den Nieren, der Läufigkeit oder der Schilddrüse entstehen.
  • Augenkrankheiten: Katarakt (Grauer Star) oder Progressive Retina Atrophie (PRA) können zur Erblindung des Hundes führen.
  • Epilepsie: Hier kommt es zu spontan auftretenden Krampfanfällen ohne vorausgehende erkennbare Ursache. Die Anfälle können erworben (Hirnhautentzündung) oder auch vererbt sein.

Keine Angst! Nicht jeder Hund muss diese Erkrankungen ertragen. Sollten dennoch gesundheitliche Problemen auftreten, muss sofort ein Tiermediziner konsultiert werden!

 

Zudem existieren mittlerweile Gentests, die eine Veranlagung des Vierbeiners unter Hinzuziehung der Elterntiere vorhersagen können. Um das Risiko für eine Erkrankung weiter zu minimieren, werden betroffene Hunde generell von der Zucht ausgeschlossen. Der Kauf eines Welpen sollte daher prinzipiell bei einem seriösen Züchter oder Zuchtverein erfolgen.

 

Pflege

 

Zu einem Saarlooswolfhund gehört das Haaren. Vertreter dieser Rasse verfügen über einen intensiven Fellwechsel und müssen daher öfters als andere Vierbeiner gebürstet werden. Während des Fellwechsels sollte dies fast täglich erfolgen; ansonsten ist ein zweimaliges Bürsten pro Woche völlig ausreichend. Hierbei löst sich die feine Unterwolle, sodass sie sich leicht aus dem Fell ziehen lässt. Von Vorteil ist außerdem Wolfhunds Stockhaar. Durch dessen Beschaffenheit ist das Verfilzen des Felles nicht möglich.

 

Hat sich der vierbeinige Liebling in Pfützen und Schlamm gewälzt, hilft nur ein Bad mit speziellem Hundeshampoo, um die verkrusteten Bestandteile zu lösen. Aber Achtung! Zu häufiges Baden greift den Säureschutzmantel an. Die Haut sondert innerhalb weniger Tage vermehrt Fett ab, um den natürlichen Schutz wieder herzustellen. Ein Baden in kürzeren Abständen beschleunigt den Prozess, denn Schmutz haftet deutlich besser an der frisch gebadeten Hundehaut. Dadurch entsteht ein Kreislauf, der ein immer öfter notwendiges Baden suggeriert. Kurzum! Einmal bis zweimal im Monat ist der Sprung ins Badewasser völlig ausreichend. Eine Kontrolle von Zähnen, Zahnfleisch und Ohren sind hingegen täglich durchzuführen!


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